Up-Date 22.06.2008

erstellt am 11.08.05


Afro-Violett

Bezugsquelle:  Chin Post 2/2001  - von Astrid Koch in Kurzfassung gebracht

 

Die  Geschichte der Afro Violetten
Die  Geschichte dieser Mutation begann in den Vereinigten Staaten in Idaho. Dort war Maria Parker Herausgeberin der “Chinchilla World”, eine Chinchillazeitschrift in den Vereinigten Staaten.
1961/62  befand sich ihr Mann in Südafrika, um dort mit den Herren John und Nigel Hobson eine Fellvermarktungsgesellschaft zu gründen, die “South African Fur Producers Ltd”
Im Februar 1962 bekam Frau Parker ein Telegramm, in dem nicht weniger als 1000  Zuchtweibchen und gute Zuchtböcke (alle Standards) angefordert wurden. Somit kaufte sie in Idaho Falls die größte und älteste Zuchtfarm mit insgesamt 1475  Zuchttieren auf und ließ sie mit dem Flugzeug nach Johannesburg transportieren.
Jedes  Chin wurde im Ohr tätowiert und bekam eine  Abstammungsurkunde. Dabei viel auf, dass einige Tiere einen lavendel-farbenen Schimmer aufwiesen, die sie dann mit der Bemerkung “spezial” vermerken ließ.
Anfang Mai flog Frau Parker dann zu ihrem Mann nach Südafrika, um zu schauen, was mit  den vielen Tieren geschehen war. Die Chinchillas wurden in Verkaufspartien aus jeweils 50 Zuchtweibchen und 10 Zuchtböcke an verschiedene Züchter in Afrika verkauft.
Die  Tiere jedoch, mit dem Vermerk “special” wurden an einen Bekannten der Hobsons, Herrn Tom Chetham in Bulawago , Rhodesien ( heutiges Simbabwe ) verkauft. Er züchtete nicht all zu lange mit den Tieren und verkaufte sie dann alle weiter an einen Herrn Hackett.
Sowohl Tom Chetham als auch Hackett waren sich der besonderen Färbung der Tiere bewusst und trugen viel zur Festigung der violetten Erbmerkmale bei.
Hier nun kommt wieder ein amerikanischer Züchter ins Spiel, Herr Loyd Sullivan. Er erfuhr, dass in Rhodesien eine neue Mutation aufgetaucht  sei.
Als  Hackett wegen der Unruhen in Afrika seine Zucht (31 Afro Violette) an Loyd  Sullivan verkaufte, war noch nicht bekannt, ob diese Mutation dominant oder rezessiv sei.
Dieses musste Loyd Sullivan selbst herausfinden. Von Loyd wurde die Qualität der Violetten weiter verbessert, dies geschah in der Folge auch von deutschen  Züchtern. Der hohe Preis, der in den 80 er Jahren ( 2500 Dollar für die ersten Tiere ) gezahlt wurde, liegt unter anderem in den hohen Kosten der abenteuerlichen Reise und in der Erwartungshaltung gegenüber einer neuen Mutation begründet, deren abenteuerliche Geschichte schon eine kleine Sensation  auf dem Züchtermarkt darstellte.
Die qualitativ hochwertigen violetten Tiere schmeicheln mit ihrem seidigen Glanz dem Auge. Sie haben eine ebenmäßige Schleierdecke, ein klares Band und eine scharf abgegrenzte, klarweiße Wamme. Eine Besonderheit ist, dass sie keine Reifelinien aufweisen, wenn sie in die Fellreife kommen.